10.06.2018 / Artikel / / ,

Neustart der Christlichsozialen

Mit der Umbenennung der «Christlichsozialen Partei» – einer Vereinigung innerhalb der CVP – in «Christlichsoziale Vereinigung» bekräftigt die CVP ihren Charakter als bürgerliche Partei mit sozialer Verantwortung. Mit neuen Statuten und einem Nationalrat als Präsidenten werden zugleich die Arbeitnehmenden in der CVP gestärkt und nach aussen auch sichtbarer

Tiefe Wurzeln

Die CVP – damals noch unter anderen Namen – verstand die soziale Verantwortung immer als Teil ihres politischen Auftrags. Mit dem Freisinn kam auch der Manchesterliberalismus in die Schweiz: Die Illusion, der Markt werde schon alles zum Wohle aller regeln. Die Konservativen liessen sich nicht blenden. Ihr Einsatz verhalf z.B. dem ersten eidgenössischen Fabrikgesetz von 1877 in der Volksabstimmung zum Durchbruch.

Die Industrialisierung löste in der Schweiz eine grosse Binnenmigration aus. Menschen strömten aus der Innerschweiz und anderen ländlichen Gegenden in die Industriezentren von Zürich, Basel, Baden oder St.Gallen. Viele dieser Arbeiter nahmen ihre politische Überzeugung mit, aber sie wollten zugleich ihre neuen Interessen vertreten. Das führte – ermuntert auch durch die Sozialenzyklika Rerum Novarum von 1891 – zur Entstehung christlichsozialer Parteien. Diese gehörten 1912 auch zu den Mitbegründern der Kon- servativen Volkspartei, die heute CVP heisst.

Zersplitterung der Christlichsozialen

In den letzten Jahrzehnten kam es in einigen Kantonen zur Abspaltung unabhängiger Christlichsozialer Parteien von der CVP. Häufig spielten dabei persönliche Ambitionen und momentane politische Verstimmungen eine grössere Rolle als die Sozial- und Arbeitnehmerpolitik. Die neuen Gruppen und Grüppchen verloren rasch an Bedeutung und sind heute nicht mehr in der Bundesversammlung vertreten.

Die Mehrheit der Christlichsozialen blieb aber in der CVP. Ein Beispiel dafür sind die Christlichsozialen im Oberwallis. Dass es sowohl eine selbständige Partei ausserhalb als auch eine CVP-Vereinigung mit dem Namen «Christlichsoziale Partei» innerhalb der CVP gab, führte oft zu Missverständnissen.

Neustart

Daraus zogen die Christlichsozialen in der CVP die Konsequenz. Sie gaben sich am 7. April 2018 neue Statuten, um ihre Schlagkraft zu erhöhen, und nennen sich neu «Christlichsoziale Vereinigung (CSV)».  Mit der Stärkung der Christlichsozialen setzt die CVP ein Zeichen, dass sie ihre soziale Verantwortung noch stärker wahrnehmen will. Damit wird ein nötiges Gegengewicht gegen die wachsende Dominanz des Neo- liberalismus in FDP und SVP, aber auch gegen die neomarxistische Ideologie gesetzt, mit der die Jusos die sozialdemokratische Parteiführung vor sich her treiben, geschaffen.

Gerade die Herausforderungen der demografischen Entwicklung und der Digitalisierung verlangen nach Lösungen, welche frei von solchen Ideologien, dafür nahe bei den Menschen unseres Landes entstehen. Dafür steht die CSV.

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