04.05.2018 / Artikel / Finanzen / ,

Nein zum Hochrisiko-Experiment Vollgeld

Wir möchten die Schweiz nicht zum Experimentierland machen. Deshalb braucht es am 10. Juni ein Nein zur Vollgeld-Initiative.

Die Vollgeld-Initiative fordert eine radikale Umgestaltung des Geldsystems. Sie will, dass die Geldmenge ganz allein durch die Nationalbank gesteuert wird. Nicht nur das Bargeld, sondern auch das elektronische Geld soll offizielles, durch die SNB garantiertes Zahlungsmittel werden. Die Initiative sieht zudem vor, dass die Nationalbank neues Geld künftig «schuldfrei» in Umlauf bringt, indem sie es an Bund, Kantone oder direkt an die Bürgerinnen und Bürger verteilt.

Eine Weisheit sagt «If it ain’t broke, don’t fix it» (Wenn es nicht kaputt ist, repariere es nicht.). Daran erinnert mich diese Initiative. Heute verfügt die Schweiz über ein stabiles und leistungsfähiges Geldsystem und die Guthaben auf den Konten sind sicher. Was die Initianten fordern, wurde noch nie einem Realitäts-Check unterzogen. Kein Land hat sein Geldsystem jemals derart radikal auf den Kopf gestellt. Es gibt schlicht keinen Grund, ein bewährtes System völlig umzukrempeln und dabei Kopf und Kragen zu riskieren.

Hinter der Vollgeld-Initiative steht eine Bewegung, die in 25 Staaten aktiv ist, insbesondere in Deutschland. In den meisten Ländern findet die Idee kaum Widerhall. Anders in der Schweiz: Dank kräftiger Unterstützung der ausländischen Schwesterorganisationen ist es den Schweizer Verantwortlichen gelungen, die nötigen Unterschriften für eine Volksabstimmung zusammenzubringen. Manche ausländische Vollgeld-Anhänger stehen offen dazu, dass ihnen die Schweiz als Versuchsfeld dienen soll.

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