10.02.2018 / Communiqués / Alter /

CVP 60+: Sicherheit und Rechte im Alter

Ein weiteres Mal hat die CVP 60+ des Kantons Solothurn ein Thema aufgegriffen, das vor allem älteren Menschen unter den Nägeln brennt. Vor ausverkauftem Saal informierte in Olten Marcel Huber, ehemaliger Vorsteher der Amtsschreiberei Thal-Gäu über finanzielle Probleme, die im Alter auftauchen können.

Getreu ihrem Motto «Informieren statt Polemisieren» organisierte die CVP 60+ des Kantons Solothurn am Montag einen weiteren Informationsanlass. Mit Marcel Huber konnten die Senioren der CVP aus ihrem eigenen Vorstand einen ausgewiesenen Fachmann mit grosser Erfahrung als Referenten stellen. Die Nachfrage nach dem Anlass war so gross, dass zahlreiche Interessierte abgewiesen werden mussten.

Nachdem die CVP 60+ bereits im Januar 2016 die Vorsorge im Alter zum Thema gemacht hatte, lag der Fokus diesmal vor allem bei den laufenden Kosten. Dabei geht es zum einen um Wohnen, Betreuung und Pflege. Zum andern stellt sich aber vor allem die Frage, womit diese Kosten gedeckt werden können. Da kommen dann das eigene Vermögen inkl. Wohneigentum, Verwandtenunterstützung, Ergänzungsleistungen, Hilflosenentschädigungen, Pflegebeiträge von Krankenkassen und Gemeinden sowie Leistungen an Heimpflege in Frage. Dabei wurde schnell klar, wie komplexe die ganze Materie ist.

Ein voll besetzter Saal zeugte vom grossen Interesse für den Anlass der CVP 60+.

Der Referent verstand es aber, anhand von bewusst einfach gehaltenen Beispielen darzulegen, worauf man sich vorzubereiten hat. So hat zum Beispiel jeder Heimbewohner ab Pflegestufe 4 unabhängig von den anfallenden Kosten und der Höhe der Pflegestufe pro Monat zwischen 5800 und 6000 Franken selber zu tragen. Dieser Betrag muss in erster Linie aus den Renten (AHV, Pensionskasse oder Sparversicherung und ev. IV) gedeckt werden. Dazu kommen der Vermögensertrag und der Vermögensverzehr. Bei letzterem müssen für einen Heimaufenthalt jedes Jahr 20 Prozent des verbleibenden Kapitals aufgewendet werden bis das Vermögen auf einen Freibetrag von 37’500 Franken geschrumpft ist. Wenn von einem Ehepaar nur eine Person im Heim wohnt, reduziert sich der Vermögensverzehr auf 10 Prozent und für das Wohneigentum gilt ein Freibetrag von 300’000 Franken.

Dort, wo die Renten und die Einkommen nicht die minimalen Lebenskosten decken (für Alleinstehende etwas über 19’000 und für Ehepaare knapp 29’000 Franken pro Jahr) helfen die Ergänzungsleistungen (EL) zu AHV und IV. Es besteht dabei ein gesetzlicher Anspruch, dass gewisse Leistungen für die Pflege, Betreuung und Hilfe zu Hause über die EL finanziert werden können. Welche Kosten dabei übernommen werden, bestimmt der Staat. Keine EL gibt es im Kanton Solothurn, wenn in früheren Jahren aus dem Vermögen Schenkungen gemacht wurden. Deshalb klärt der Staat ab, wie weit bei Verwandten in auf- und absteigender Linie (Nachkommen, Eltern, Grosseltern) Verwandtenunterstützung geltend gemacht werden kann bevor er Leistungen erbringt.

Eine ergänzende Rolle spielt die sogenannte Hilflosenentschädigung, die weder vom Einkommen noch vom Vermögen abhängt. Sie kommt bei Pflegebedarf durch Drittpersonen zum Zug und beträgt je nach Grad der Hilfslosigkeit zwischen 235 und 940 Franken pro Monat.

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